Analysen zum Entscheidungsprozess Jugendlicher zwischen "Gehen und Bleiben" : die Relevanz kollektiver Orientierungen bei Migrationsentscheidungen ostdeutscher Jugendlicher
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139713
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Abstract
"Der Beitrag untersucht den Einfluss kollektiver Faktoren auf Abwanderungsentscheidungen von Jugendlichen in ländlichen Regionen. Er geht davon aus, dass individuelle Abwanderungsentscheidungen von Jugendlichen durch Erfahrungen, Orientierungen und Diskurse in Öffentlichkeit, Familie und im Freundeskreis beeinflusst werden. Der Autor stellt zur Beantwortung der Forschungsfrage kurz die Historie der ostdeutschen Abwanderung nach, typisiert Mobilitätsprozesse und nennt Einflussfaktoren für Abwanderungsentscheidungen. Auf der Basis von Gruppendiskussionen in einem nordostdeutschen Landkreis analysiert er die Abwanderungseinstellungen von Schülern. Er kristallisiert heraus, dass Abwanderungseinstellungen der Jugendlichen neben Ausbildungs- und Arbeitsmarktfaktoren entscheidend durch mediale und (jugend-)kulturelle Faktoren beeinflusst werden (z.B. Medienöffentlichkeit, Wahrnehmung territorialer Ungleichheit, Negativimage der Region). Ein entscheidendes Abwanderungsmotiv bei den befragten Jugendlichen bestand demzufolge darin, soziale Abstiegsprozesse zu vermeiden. Insofern zeigt dies die nachhaltige Wirkung öffentlicher Abwanderungsdiskurse auf Entscheidungsprozesse der Jugendlichen. Eine problematische Folge könnte sein, dass Jugendliche alternative Deutungen, Wege und Handlungsmöglichkeiten (z.B. zum Bleiben) auch bei einem wachsenden Arbeitsmarkt nicht mehr ausloten." (Hrsg., BIBB-Doku)