Produktionsarbeit im Wandel - Chancen für Geringqualifizierte? : Qualifikation an der Schnittstelle von Anlerntätigkeiten und Facharbeit
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Abstract
Der Beitrag stellt Ergebnisse einer qualitativen Untersuchung von elektrotechnischen Tätigkeiten in der Metall- und Elektroindustrie vor. Im Rahmen von 15 Fallstudien in bayerischen Betrieben der Elektroindustrie und des Maschinenbaus wurden Tätigkeitsbündel in der Fertigung und Montage untersucht, die sich weder als Facharbeit noch als Hilfstätigkeiten charakterisieren lassen. Ziel war es, Qualifikationsverschiebungen zwischen Hierarchieebenen und Trends der Entwicklung von so genannten Anlerntätigkeiten zu beschreiben. Die Untersuchung findet im Rahmen der Früherkennungsinitiative "FreQueNz" des BMBF statt. Es zeigt sich, dass in den untersuchten Betrieben die ehemals relativ homogenen Bereiche Facharbeit und Hilfstätigkeiten Überschneidungsbereiche bilden. Durch Automatisierung und den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie vereinfachen sich verschiedene Tätigkeiten in der Fertigung und Montage, die bisher eine Domäne der Facharbeit waren. Facharbeiter sind hingegen vor allem als Spezialisten gefragt, die in wechselnden Arbeitszusammenhängen technische und serviceorientierte Problemlösungskompetenz beweisen müssen. Ihre Tätigkeit entspricht der Ausbildung in den neu geordneten Elektroberufen. An der Schnittstelle von einfacher Arbeit und Facharbeit entstehen in der untersuchten Branche neue Tätigkeitsbündel und Anforderungsprofile aufgrund technologischer und arbeitsorganisatorischer Veränderungen. Es sind Tätigkeiten, die Grundlagenwissen, handwerkliches Können, Verantwortung und Selbstständigkeit erfordern, ohne dabei das Niveau von Facharbeit zu erreichen. (BIBB-Doku)