Neue soziale Segmentationsmuster in der beruflichen Bildung
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Abstract
Einführend wirft der Autor einen Blick auf die institutionellen Segmentierungen des Bildungssystems, die sich in der Institutionalisierungsgeschichte des deutschen Bildungssystems herausgebildet haben und aus unterschiedlichen Entwicklungspfaden resultieren und zu einem deutsches Bildungsschisma geführt haben. Davon ausgehend fragt der Beitrag nach aktuellen Segmentationsmustern in der beruflichen Bildung, die mit vier Problemkonstellationen verbunden sind: Disparitäten nach Region, schulischer Vorbildung, Migrationshintergrund und Geschlecht. Anhand statistischer Berechnungen zeigt er, dass Jugendliche mit maximal einem Hauptschulabschluss, mit Migrationshintergrund und männliche Jugendliche am wenigsten bzw. zeitlich verzögert in qualifizierte Berufsausbildungen einmünden können. Diese neuen Segmentationsmuster sind jedoch insgesamt als Ausdruck der fortwirkenden Abstimmungsprobleme im deutschen Bildungswesen zu begreifen, die durch übergreifende gesellschaftliche Wandlungsprozesse verstärkt werden. Gewinner dieser Entwicklungen sind vor allem Absolventen mit dem höchsten allgemeinbildenden Schulabschluss. Die Auflösung dieser Segmentationsmuster mache strukturelle Veränderungen im Schulsystem und grundlegende Revisionen in den Stereotypen geschlechtstypischer Arbeitsteilungsformen in Wirtschaft und Gesellschaft notwendig. (BIBB-Doku)