Anforderungen an neue Strukturen der beruflichen Bildung
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Abstract
Infolge der strukturellen Entwicklungen erodiert die duale Ausbildung sowohl am unteren wie auch am oberen Rand. Schwächere Jugendliche finden kaum mehr Zugang zu einer Ausbildung und durchlaufen unproduktive Maßnahmekarrieren. Auf der anderen Seite weichen am oberen Rand viele Betriebe auf Absolventen der zunehmend 'verberuflichten' Bachelor-Studiengänge aus, die zudem öffentlich finanziert werden. Der Autor plädiert vor diesem Hintergrund für eine Neustrukturierung der dualen Berufsbildung. Die Einstiegsschwelle in Ausbildung müsse abgesenkt und die Durchlässigkeit zwischen den Segmenten des Bildungssystems erhöht werden. Er benennt folgende Ziele einer Neustrukturierung: (1) Die Warteschleifen müssen abgeschafft bzw. in Möglichkeiten zum Erwerb von Teilqualifikationen überführt werden. (2) Die Einstiegsschwellen für schwächere Jugendliche müssen abgesenkt werden durch differenziertere Ausbildungsangebote. (3) Die Übergänge zwischen verschiedenen Ausbildungsgängen sind zu verbessern. (4) Die Durchlässigkeit zu beruflicher Weiterbildung und zu hochschulischer Bildung muss größer werden. (5) Die Attraktivität der Ausbildung für Betriebe muss durch die Schaffung flexiblerer Ordnungsstrukturen erhöht werden. (6) Die Kompatibilität der deutschen Berufsausbildung und ihrer Abschlüsse mit europäischen Standards ist zu verbessern. Potenziale zur Zielerreichung sind vor allem in einer größeren Differenzierung und Flexibilisierung der Berufsausbildung zu sehen. (BIBB-Doku)