Benachteiligte Jugendliche zwischen Niedergang und Neuaufbau der betrieblichen Berufsausbildung
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104661
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Abstract
Mit der Einführung des Berufsbildungsgesetzes und des Arbeitsförderungsgesetzes im Jahre 1990 in den neuen Ländern wurde u.a. auch das Konzept der sozialpädagogisch orientierten Berufsausbildung für benachteiligte Jugendliche (Frühabgänger, Jugendliche ohne Schulabschluss, Jugendliche mit massiven sozialen Problemen) übernommen. Dieses Instrument ist in den neuen Ländern zeitlich befristet bis einschliesslich des Ausbildungsjahres 1992/93 auch für sog. marktbenachteiligte Jugendliche (unversorgte Lehrstellenbewerber, Konkurslehrlinge) geöffnet worden. Der Benachteiligtenförderung kommt damit die Aufgabe zu, allen unversorgten Jugendlichen eine vollwertige Berufsausbildung zu ermöglichen und damit eine Ausbildungsstellenkrise abzuwenden. Es werden Ergebnisse und Perspektiven der Benachteiligtenförderung aufgezeigt. (BIBB) Der Beitrag befasst sich mit Ausbildungsstellenmarkt und Benachteiligtenförderung in Ostdeutschland seit 1990. Erörtert werden vor allem Probleme, die sich aus dem Wegfall der ausserbetrieblichen Berufsausbildung für die erweiterte Zielgruppe der sogenannten marktbenachteiligten Jugendlichen (unversorgte Lehrstellenbewerber/innen, Konkurslehrlinge) ergeben. Es scheint "dringend erforderlich, den Jugendlichen neue Perspektiven aufzuzeigen und ihnen Integrationsmöglichkeiten anzubieten. Aus diesem Grund ist es wichtig und notwendig, allen Jugendlichen eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Bis sich der Lehrstellenmarkt stabilisiert hat, sollte das Förderinstrument der ausserbetrieblichen Berufsausbildung weitergenutzt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt auf konzeptionell und qualitativ neue Instrumente und Massnahmen umzuschwenken wird nur mit neuen Anlaufschwierigkeiten innerhalb der mit viel Aufwand geschaffenen Infrastruktur und mit Verunsicherung des Personals einhergehen. Programme zur Schaffung zusätzlicher betrieblicher Lehrstellen (Kopfprämien) können, wenn überhaupt, nur als flankierendes Instrument betrachtet werden, da den spezifischen Problemstellungen der Jugendlichen damit kaum Rechnung getragen wird. Ob bei den Prämienprogrammen zusätzliche Ausbildungsstellen geschaffen werden, oder mehrheitlich Mitnahmeeffekte zum tragen kommen, ist zudem fraglich. Gleichzeitig muss die Einbindung der ordinär benachteiligten Zielgruppe stärker vorangetrieben werden, da sie bisher unzureichend berücksichtigt wird." (IAB2)