Ausbildungsfähigkeit : ein diskursanalytischer Blick auf eine Debatte
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Abstract
„Anknüpfend an die Diskussion um „Ausbildungsfähigkeit“ fragt der Autor in seinem Beitrag nach der historischen Kontinuität von Klagen zum Rückstand von Leistungen der Jugend, die er als Merkmal zur Sicherung von Generationendifferenz interpretiert. Anhand von Diskursanalysen zeigt er einerseits die begrifflichen Veränderungen in den Defizitbehauptungen im historischen Verlauf und andererseits, dass die Vielfalt an Termini nicht mit substanziellen Veränderungen in den Wahrnehmungen und Einstellungen gegenüber der Jugend einhergeht, zumal diese mit Ökonomisierung korrespondieren.“ (Hrsg.; BIBB-Doku)
"Die folgenden Ausführungen basieren auf einer Untersuchung anlässlich der vor allem zu Beginn der 2000er Jahre geführten Debatte um, Ausbildungsfähigkeit'. Die Debatte wurde damals durch die Lehrstellensituation und die zunehmende Zahl Jugendlicher im sogenannten Übergangssektor (Berufsvorbereitungsjahr usw.) befeuert und hat, soweit ich sehe, mit der Entspannung am Lehrstellenmarkt etwas an Dynamik verloren. Gleichwohl stehen Absolventinnen und Absolventen mit ihren Fähigkeiten - vielfach ist auch die Rede von Kompetenzen - weiterhin im Fokus öffentlicher Kritik. Die mangelnde, Ausbildungsfähigkeit', insbesondere im Vergleich zu früheren Generationen, die offenbar implizit als Maßstab verwendet werden, ist jedoch ein fragwürdiges Konstrukt. Im Folgenden werden die Ergebnisse eines diskursanalytischen Forschungszugangs vorgestellt (ausführlich Großkopf 2012a). Er entstand aufgrund der historisch betrachtet hochgradigen Kontinuität der Kritik an den Absolventen, in deren Rahmen sich vor allem die verwendeten Begriffe veränderten. Diskursanalysen nach Foucault rekonstruieren die diskursive Herstellung von Wahrheit bzw. die Entwicklung von Deutungsmacht(-verschiebungen) sowie die damit verbundene Ordnung des Wissens und die ihr inhärenten Praktiken (Foucault 1981). so wird es möglich, eine Wissensordnung in den Fokus zu nehmen, in der Ausbildungsfähigkeit' als operationalisierbare und durch Lehren und Lernen veränderbare Größe erscheint. Unbestritten ist, dass auch diesem Zugang ein Wahrheitsanspruch implizit ist." (Textauszug ; BIBB-Doku)
"Die folgenden Ausführungen basieren auf einer Untersuchung anlässlich der vor allem zu Beginn der 2000er Jahre geführten Debatte um, Ausbildungsfähigkeit'. Die Debatte wurde damals durch die Lehrstellensituation und die zunehmende Zahl Jugendlicher im sogenannten Übergangssektor (Berufsvorbereitungsjahr usw.) befeuert und hat, soweit ich sehe, mit der Entspannung am Lehrstellenmarkt etwas an Dynamik verloren. Gleichwohl stehen Absolventinnen und Absolventen mit ihren Fähigkeiten - vielfach ist auch die Rede von Kompetenzen - weiterhin im Fokus öffentlicher Kritik. Die mangelnde, Ausbildungsfähigkeit', insbesondere im Vergleich zu früheren Generationen, die offenbar implizit als Maßstab verwendet werden, ist jedoch ein fragwürdiges Konstrukt. Im Folgenden werden die Ergebnisse eines diskursanalytischen Forschungszugangs vorgestellt (ausführlich Großkopf 2012a). Er entstand aufgrund der historisch betrachtet hochgradigen Kontinuität der Kritik an den Absolventen, in deren Rahmen sich vor allem die verwendeten Begriffe veränderten. Diskursanalysen nach Foucault rekonstruieren die diskursive Herstellung von Wahrheit bzw. die Entwicklung von Deutungsmacht(-verschiebungen) sowie die damit verbundene Ordnung des Wissens und die ihr inhärenten Praktiken (Foucault 1981). so wird es möglich, eine Wissensordnung in den Fokus zu nehmen, in der Ausbildungsfähigkeit' als operationalisierbare und durch Lehren und Lernen veränderbare Größe erscheint. Unbestritten ist, dass auch diesem Zugang ein Wahrheitsanspruch implizit ist." (Textauszug ; BIBB-Doku)